Aktion „Restituieren, nicht verkaufen!“
Mit einer politischen Aktion machte die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) am 22. Juni 2011 vor dem Leopold Museum erneut auf das Raubkunst-Dilemma der gleichnamigen Privatstiftung aufmerksam.
Sotheby's versteigerte in London eines der zentralen Schiele-Gemälde aus der Sammlung der Leopold-Museum Privatstiftung, „Häuser mit bunter Wäsche“. Ein anderes, ebenso wesentliches Werk aus dieser Sammlung, „Häuser am Meer“, ist als Raubkunstwerk zu restituieren – es wird aber nicht restituiert.
Die IKG veranstaltete zeitgleich in London und in Wien eine Aktion, um auf das unterschiedliche Schicksal dieser beiden Gemälde aufmerksam zu machen.
Aktion „Restituieren, nicht verkaufen!“ Sandwichmen vor dem Leopold Museum.Foto: Klaus Pichler
Aktion „Restituieren, nicht verkaufen!“ Die Postkarten.Foto: Klaus Pichler
Aktion „Restituieren, nicht verkaufen!“ Die Taschen.Foto: Klaus Pichler
Aktion „Restituieren, nicht verkaufen!“ Vor dem Leopold Museum.Foto: Klaus Pichler
Aktion „Restituieren, nicht verkaufen!“ Die Postkarten werden verteilt.Foto: Klaus Pichler
Aktion „Restituieren, nicht verkaufen!“ - London
Aktion „Restituieren, nicht verkaufen!“ New Bond Street in London.
Aktion „Restituieren, nicht verkaufen!“ New Bond Street in London.„Häuser mit bunter Wäsche“ und „Häuser am Meer“
Das Leopold Museum in Wien taktiert mit zwei Bildern von Egon Schiele, die ein gemeinsames Motiv haben: Häuser. Das Schicksal der beiden Gemälde könnte trotz des gemeinsamen Motivs nicht verschiedener sein:
„Häuser am Meer“ lagert seit vielen Jahren im Depot des Leopold Museums und ist ohne Wenn und Aber laut „Michalek Kommission“ vom Juni 2010 ein Raubkunstwerk. Die Erben nach Jenny Steiner, der „Häuser am Meer“ bis 1938 gehörte, bemühen sich seit über 10 Jahren um die Restitution des Gemäldes. Das Leopold Museum verweigert diese Restitution mit alten und neuen Argumenten: Das Kunstrückgabesetz sei auf die Privatstiftung nicht anwendbar, „Häuser am Meer“ sei über dies ein ikonographisches Werk von Egon Schiele und „unverzichtbarer Teil“ der Sammlung.
„Häuser mit bunter Wäsche“ hingegen wird vom Leopold Museum über eine Sotheby‘s Auktion verkauft. Auch dieses Gemälde ist ein ikonographisches Werk von Egon Schiele, aber offensichtlich ein „verzichtbarer Teil“ der Sammlung. Der Verkauf und die Ausfuhr aus Österreich ist kein Problem. Sinnigerweise wird nach der Ankündigung des Leopold Museums mit dem Erlös zum Teil der Restitutionsvergleich von Egon Schiele‘s „Wally“, um das mehr als 10 Jahre gestritten wurde, finanziert. Es bleibt ein bitterer Nachgeschmack.
